Über 70 Jahre blieb die Kongresshalle – der einst für 50 000 Menschen geplante Kongressbau der Nationalsozialisten in Nürnberg – ungenutzt. Die über 118 000 Quadratmeter große Bruttogrundfläche (ohne Innenhof) steht aufgrund baulicher Mängel heute – bis auf Lagernutzungen – leer. Die Stadt Nürnberg möchte ein Teilstück dauerhaft für eine Kunst- und Kulturnutzung erschließen und hatte dies bei der Bewerbung der Stadt Nürnberg um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 als ein zentrales Strukturprojekt vorgeschlagen. Es wurde mit vorbereitenden Arbeiten wie einer Nutzungsvision, Bedarfserhebung und baulicher Machbarkeitsprüfung begonnen.

Daten
Die bauliche Vorstudie zeigt, dass mit der Ertüchtigung eines Viertels des Kongresshallenrundbaus folgende Daten gewonnen werden können:
Vorstudie und Bedarfserhebung
Der mehrstufige und zukunftsgerichtete Entwicklungsprozess für dieses sensible Projekt startete mit einer inhaltlichen Vorstudie inklusive Bedarfserhebung. Ein breiter Kreis an kulturellen Verbänden, Gruppen, Vereinen und der freien Szene aus den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Film, Gaming und Digital Art, Literatur, Theater, Tanz, Performance, Inklusion sowie ergänzende Nutzungen (Nachhaltigkeit und Soziales, Bildung, Institutionelle Nutzung), vom Nachwuchs bis zur/zum etablierten Kunstschaffenden, wurde unter anderem in einstündigen offenen Telefoninterviews zwischen April und Juni 2020 befragt.
Drängendster Bedarf der Kulturschaffenden sind Produktionsräume/Ateliers in verschiedenster Ausprägung (Deckenlast, Belichtung, Größe usw.). Weiter gefordert wurden multifunktional nutzbare Präsentations- und Meetingflächen, neuartige Arbeitsräume für temporäre interdisziplinäre wie internationale Zusammenarbeit sowie Lager- und Depotflächen. Besonders wichtig war bei der Entwicklung einer Vision der zukünftigen Kongresshallennutzung eine bewusste Auseinandersetzung mit dem historischen Ort und eine einfache Zugänglichkeit des Kultursegments vom Straßenraum aus. Die Ergebnisse der inhaltlichen Vorstudie (siehe PDF) dienten als Grundlage für die bauliche Machbarkeitsstudie.
- Detaillierte Informationen zur Vorstudie (PDF, 150 KB)
